Der Trick mit dem Knick

Dokumentarfilm / 30. min./ 2018

Beim Blick von oben fällt sofort auf, dass das Binnenland von Schleswig-Holstein in weiten Teilen durch landwirtschaftlich genutzt Flächen geprägt ist. Fast 70% der Landesflächen werden landwirtschaftlich bewirtschaftet. Dass das Landschaftsbild nicht eintönig und ausgeräumt wirkt, ist den sogenannten Knicks zu verdanken, die die Landschaft als Vegetationsschneisen durchziehen und gliedern.

Knicks sind Wall-Graben-Anlagen, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt wurden, um das früher gemeinschaftlich bewirtschaftete Land unter den Bauern aufzuteilen. Die Wälle wurden mit dichten, schwer durchdringlichen Hecken aus Dornbüschen und Bäumen bepflanzt und dienten auch der Einzäunung des Viehs des jeweiligen Landwirts.
Früher hatten Knicks eine große Bedeutung als Lebensgrundlage für den Menschen, da sie nicht nur Windschutz und Schatten boten, sondern Feuerholz lieferten, Beeren, Pflaumen und andere Obstsorten beherbergten, die zum Teil den Nahrungsbedarf der Menschen absicherten. Auch wenn die Knicks heutzutage diese Bedeutung für den Menschen verloren haben, ist ihre Pflege zum Erhalt des Ökosystems weiterhin von großer Bedeutung. In Schleswig-Holstein gibt es wenig Wald, damit auch weniger Vegetation und bei geringen Höhenunterschieden ist damit der Knick umso wichtiger für Flora und Fauna.

Insgesamt weist Schleswig-Holstein immer noch 46.000 Kilometer Knicks auf, was aneinandergereiht einer Strecke entspricht, die etwas größer als der gesamte Erdumfang ist. Das klingt viel, aber vor allem durch die industrielle Landwirtschaft ist der Knickbestand seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts deutlich zurückgegangen.

Wir fragen bei den Landwirten nach, ob sie meinen, dass der Erhalt der Knicks bedroht ist und wenn ja, warum? Was macht Knicks erhaltenswert und wovor schützen sie? Wer wird der Gewinner des Knickwettbewerbs 2017 sein?

Redaktion: Christian Pipke
Autorin: Kirsten Burger
Kamera: Stefan Corves
Schnitt: Pamela Tichy-Köstler
Die Sendung ist eine Eigenproduktion des NDR.

Aufführungen

20.März 2018 um 18:15 in der Reihe: NaturNah im NDR.